Ernährung in der Schwangerschaft

Hält man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand, kann man es oft gar nicht glauben. Es dauert oft ein paar Tage, bis man wirklich realisiert hat, dass ein neuer Mensch in einem selber heranwächst. Klar, wissen wir über vieles Bescheid, trotzdem stellen wir uns viele Fragen und werden uns mehr und mehr der Verantwortung bewusst.

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, meine erste Schwangerschaft ist jetzt 11 Jahre her („Oh mein Gott, wo ist die Zeit geblieben?“). Aufgrund meines ersten Berufes als Kinderkrankenschwester, wusste ich ziemlich genau, was da auf mich zukommt.

Trotzdem war es für mich persönlich neu. Von heute auf morgen war vieles anders und ich spürte von Tag zu Tag, dass meine Verantwortung meinem Kind gegenüber automatisch mit wuchs. Da ich zu diesem Zeitpunkt als Fitnesspädagogin, Yogalehrerin und Ernährungscoach gearbeitet hatte, merkte ich schnell, dass mein Körper nun „anders“ tickte.

Vor zehn Uhr morgens bekam ich keinen Bissen herunter, danach war mir hundeelend und nach 15.00 Uhr war ich so chronisch müde, dass ich kaum die Augen offen halten konnte. Ich dachte mir: „Na toll, wenn das jetzt so weitergeht, überlebe ich das die nächsten Monate nicht“. Ehrlich gesagt, bin ich ein Mensch, der vieles auf sich zukommen lässt. Sich chronisch den Kopf zu zerbrechen und alles bis ins jede Detail zu planen, geht meist sowieso nicht.

Es änderte sich so einiges in meinem Leben, aber das bringt eine Schwangerschaft eben oft so mit sich. Schnell merkte ich aber auch, dass ich meinem „Bauchgefühl“ und meinem Instinkt gut vertrauen konnte.

Ernährung in der Schwangerschaft – Tipps und womit ich mich wohlgefühlt habe!

Dass sich auch meine Ernährungsweise etwas ändern würde, merkte ich eines Morgens sehr deutlich, als ich mir einen Kaffee zum Mitnehmen in meiner Lieblingsrösterei kaufen wollte. Ich machte die Tür auf und mir wurde schlagartig übel – Der sonst so als köstlich empfundene Kaffeegeruch löste bei mir sofortigen Brechreiz aus. Und das sollte auch so bleiben. Mein Körper wollte schlagartig wohl keinen Kaffee am Morgen mehr, sondern viel lieber einen Tee. Tja, manche Dinge ändern sich eben ganz von selber.

In der Schwangerschaft stellt sich der Körper nicht nur hormonell um, auch die Befindlichkeit passt sich automatisch der neuen Situation, der werdenden Mutter an. Alle Prozesse des Körpers sind nun darauf ausgerichtet, das neue Leben gut zu versorgen und die Schwangerschaft zu erhalten. Die Hormonproduktion stellt sich um, der Stoffwechsel verändert sich, das Blutvolumen steigt und auch der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen erhöht sich drastisch.

Viele werdende Mütter beunruhigt das sehr. Wie soll man auch wissen, ob man genug wertvolle Nährstoffe zu sich nimmt, denn einen Mangel möchte man in der Schwangerschaft natürlich nur ungern riskieren.

Hier kann ich alle werdenden Mütter beruhigen, ernährt man sich abwechslungsreich und ausgewogen kann so schnell erstmal nichts passieren. Viel frisches Obst und Gemüse, gerne auch mal roh, einen guten und natürlichen Mix aus Kohlenhydraten wertvollen Eiweißen und Fetten und „Frau“ ist gut gerüstet.

Oft wird der Fokus erst wenn man schwanger ist auf die Ernährung gelegt, dabei finden die wichtigsten Prozesse zur optimalen Entstehung einer Schwangerschaft bereits statt, bevor man überhaupt von der Schwangerschaft weiß. Ist also eine Schwangerschaft geplant, empfiehlt es sich, bereits vorher auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Nährstoffzufuhr zu achten.

Ernährung in der Schwangerschaft lavera Naturkosmetik

Aber was ist denn nun gesund und richtig? Was soll man denn nun essen und was sind die Super-Nahrungsmittel, die man unbedingt verzehren sollte!? Ihr ahnt es schon, NUR eine Antwort darauf gibt es leider nicht.

Die Ernährung und was die werdende Mutter braucht ist einfach viel zu komplex und so unterschiedlich in ihren Bedürfnissen, wie es unterschiedliche Menschen gibt. Als allererstes gilt immer – keine großen Veränderungen. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, die eine besondere Ernährungsform einfordert. Jeder hat natürlich seine Ernährungsweise mit der er sich wohl fühlt. Und das ist ein sehr wichtiger Punkt.

Stellt nicht von heute auf morgen Eure Ernährung drastisch um, sondern wenn Ihr was verändern wollt, immer schön langsam und langfristig. Es nützt oft nichts plötzlich super „gesund“ zu essen, weil man es gerne so hätte. Oft kommt bei radikalen Ernährungsumstellungen der Kopf gar nicht mit. Schnell stellt sich Unzufriedenheit und Heißhunger ein. Womit der eh schon empfindliche Magen oder auch die Befindlichkeit der werdenden Mutter zusätzlich noch herausgefordert wird. Das kostet oft unnötig Kraft und ist gar nicht von Nöten.

Wenn Ihr, was Eure Ernährung anbelangt, ratlos oder auch unsicher seid, denkt immer daran, dass Eure Hebamme oder auch Euer Arzt Euch immer zur Seite stehen. Habt Ihr ganz besonderes Bedürfnisse, Allergien oder Unverträglichkeiten, lohnt es sich vielleicht zu einer Ernährungsberatung zu gehen und sich umfangreich und spezifisch beraten zu lassen. Das lohnt sich oft, weil man mit so viel mehr Wissen herausgeht und es die Unsicherheiten mindert.

In meiner Schwangerschaft habe ich meist intuitiv gegessen. Das ging oft gar nicht anders, da mein Magen so launisch war, dass ich immer schauen musste, was denn nun gerade ging. Aber natürlich hatte ich meine Ernährung schon im Blick. Ich habe es geliebt, meinen Tag mit einem Müsli, Porridge mit viel Obst oder einfach nur mit einem Croissant mit Marmelade zu beginnen. Auf Kaffee hatte ich erst ganz am Ende der Schwangerschaft wieder Lust. Den habe ich dann aber lieber koffeinfrei getrunken, da ich nach der langen Zeit sehr empfindlich auf Koffein reagiert habe.

Anstatt Kaffee zu trinken, bin ich auf verschiedene Tees umgestiegen. Ich weiß noch genau, dass ich Kräutertees geliebt habe. Zwischendurch habe ich saisonales Obst und Gemüse geknabbert, im Sommer Melone und gerne Beeren, im Winter eher Äpfel, Süßkartoffel oder Möhren. Denn rohes und frisches Obst und Gemüse enthalten viele Vitamine und Mineralien. Gerade Vitamin B, A und C sind besonders wichtig.

Auch Folsäure ist besonders für das Wachstum und die Zellbildung wichtig. Es gibt viele Gemüsesorten, die sehr reich an Folsäure sind. Gerade dunkles Blattgemüse wie Mangold, Spinat, Blattsalate, Petersilie aber auch Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl enthalten sehr viel Folsäure. Bei den Obstsorten sind es Orangen, Erdbeeren, Mangos und Weintrauben, die das Rennen machen.

Vitamin A ist besonders für die Blutbildung, den Hormonstoffwechsel und bei der Entwicklung des Immunsystems wichtig. Aber auch für den Knochenaufbau wird Vitamin A benötigt. Vitamin A findest Du z.B. in Karotten, Kohlrabi, Erbsen, Süßkartoffeln und Milchprodukten, sowie in getrockneten Aprikosen, Haferflocken oder auch in verschiedenen Kräutern, wie z.B. Basilikum oder Petersilie.

Auch der Vitamin C Bedarf steigt in der Schwangerschaft stark an. Vitamin C ist wichtig, denn gerade das Immunsystem wird dadurch erhalten und gestärkt. Auch die Aufnahme von Calcium und Eisen wird durch Vitamin C stark begünstigt. Vitamin C stärkt und kräftig unser Bindegewebe, hilft bei der Entgiftung und sorgt für die positive Stimmung. Natürliche Vitamin C Quellen sind Orangen, Sanddorn, Hagebutten, Mango, Ananas, Grapefruit und Kiwis. Aber auch gelbe Paprika, Bohnen, Sauerkraut, Petersilie, Kresse und auch Grünkohl versorgen einen sehr gut mit Vitamin C.

In der Schwangerschaft war mir auch besonders wichtig, selber zu kochen. Natürlich sind wir auch auswärts mal essen gewesen. Aber im Großen und Ganzen haben wir zu Hause tolle Bowls und Pasta-Gerichte gezaubert. Es gab tolle Suppen und Salate, leckere Aufläufe und selbstgemachte Fast Food-Rezepte waren daheim an der Tagesordnung.

Natürlich sollte das Ganze nicht in Stress ausarten. In der Schwangerschaft sollte man sich wohlfühlen, für ausreichend Pausen und Bewegung sorgen und jede Menge Spaß haben. Mir tat es unheimlich gut, an der frischen Luft zu sein. Gerade am Morgen brauchte ich den Wind um meine Nase, um überhaupt richtig wach zu werden. Ganz regelmäßig bin ich auch zum Yoga und zum Qi Gong gegangen. Das tat mir unheimlich gut. Ich konnte so besser mit der Übelkeit, aber auch später mit  vielen anderen schwierigen Situationen oder auch Entscheidungen umgehen.

In der Schwangerschaft hat mir gerade Yoga körperliches und seelisches Gleichgewicht, aber auch Durchsetzungsvermögen geschenkt. Es hat durchaus dafür gesorgt, dass ich kraftvoll, energiegeladen und voller Vertrauen später in die Geburt gegangen bin. Ich wusste nicht wirklich, was mich persönlich da erwarten würde, aber ich wusste –  ich schaffe das.

Um auf der ganz sicheren Seite zu sein, nehmen viele Frauen vor- und während der Schwangerschaft Vitaminpräparate ein. Das kann hilfreich sein, ist aber nicht zwingend ein Muss. Mittlerweile wird jeder Frau eine solche Einnahme empfohlen. Wie gesagt, kann das auch in vielen Fällen hilfreich sein, aber bei einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung ist das nicht immer zwingend notwendig. Hier sollte auch jede Frau selber entscheiden, ob sie das möchte oder eher nicht.

„Heißhunger Attacken“ auf Süßes gehören in fast jeder Schwangerschaft dazu. Ich habe meist erstmal viel Wasser getrunken und habe mir aber auch dann ein Stück Kuchen oder Muffins etc. gekauft und es in vollen Zügen genossen.

Meist ist es nicht der Körper, der nach Süßem ruft, sondern die Seele. Eine Schwangerschaft ist mit vielen seelischen Schwankungen verbunden und oft erkennen wir uns auch in vielen Phasen selber nicht wieder. Das gehört meiner Meinung nach auch dazu. Hier gilt auch, behaltet es einfach im Blick und gebt auch mal nach.

Genuss im Leben ist wichtig, egal ob schwanger oder nicht. Süßes oder auch andere Nahrungsmittel, die Freude machen, gehören in Maßen zum Leben dazu und werden keinen Schaden anrichten.

Dass man in einer Schwangerschaft besonders reichhaltig, oft und besonders viel essen soll, ist zum Glück überholt. Hier ist nicht die Menge, sondern auch die Nahrungsmittel-Qualität entscheidend. Achtet darauf, wo Eure Lebensmittel herkommen.

Kauft gerne weniger ein und das was Ihr kauft in Bioqualität. Das ist nicht immer möglich, aber gerade frisches Obst und Gemüse sollten möglichst ungespritzt und unbehandelt verzehrt werden. Hier ist oft weniger mehr. Kauft mehr saisonale oder auch regionale Produkte.

Fragt im Supermarkt oder Bioladen genauer nach, wo Eure Produkte die Ihr kauft herkommen. Fragt Euch, ob Erdbeeren im Winter sein müssen oder ob es regelmäßig Lebensmittel geben muss, die von weit herkommen. Denn gerade unsere heimischen Super-Foods sind oft gesund, preiswert und von sehr guter Qualität.

Ich denke, wenn man sich ein paar Gedanken macht, sich gut informiert, mit Freude genießt und gelassen bleibt, kommt man sehr gut und vor allem gesund durch eine Schwangerschaft, oder was meint Ihr?

Wie war das bei Euch? Worauf habt Ihr geachtet und was hat Euch in der Schwangerschaft gut getan?! Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Ich wünsche Euch noch eine schöne Woche.
Viele Grüße vom Lande
Martina

Geschrieben von:

Das natürliche Leben genießen, gut essen und sich jeden Tag aufs neue inspirieren lassen. Das ist die Welt von LadyLandrand. Gemeinsam mit ihrem Mann und den drei Kids lebt sie am „Landrand“ von Hamburg. Wenn sie nicht gerade für iIhren YouTube-Kanal neue Videos produziert, genießt sie die freie Zeit in der Natur, meist auf dem Rücken eines Pferdes. Vor mehreren Jahren stellte sie ihre Hautpflege sowie ihre kommerzielle Kosmetik auf Naturkosmetik um und ist regelrecht begeistert, was Naturkosmetik alles kann.

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